Prolog
„GuangGuang, von den Kannibalen der Wüste gefangen.“
Kreisch— Kreisch— Kreisch—
Das Quietschen rostiger Eisenketten hallte durch die Dunkelheit.
Also wurde ich am Ende doch gefasst.
Mit Hand- und Fußgelenken in kalten Fesseln gebunden, blickte GuangGuang zur Decke hinauf. Ein schwaches Licht sickerte durch die feuchten Steinwände. Von irgendwoher drang der Geruch von gebratenem Fleisch herüber. Er konnte nicht unterscheiden, ob es Menschenfleisch oder Tierfleisch war. Nein, eigentlich wollte er es gar nicht unterscheiden.
Selbst wenn ich sterben müsste, wollte ich nicht von Kannibalen gefressen werden…
In diesem Moment näherten sich schwere Schritte.
„…!“
Ein Kannibale trat vor GuangGuang. Ein gewaltiger Krieger, dessen ganzer Körper mit roten Tätowierungen bedeckt war. Mit rauen Fingern stupste er GuangGuangs Arm an, als würde er auf einem Markt die Frische von Fleisch prüfen.
„Ich, so braune Haut zum ersten Mal sehen.“
…Was?
Der Kannibale sprach.
„Du… kannst sprechen?“
Daraufhin begann der Kannibale plötzlich aufgeregt, Worte hervorzustoßen.
„Ich sprechen können. Ein bisschen. Deine Haut zum ersten Mal sehen. Weiße Haut ist mild, schwarze Haut ist zäh. Deine braune Haut, neugierig.“
Seine Finger wanderten vom Arm zur Schulter, von der Schulter zur Seite. Es kitzelte nicht – vielmehr jagte es ihm eine Gänsehaut über den Rücken.
„Mein Name ist… GuangGuang.“
Er wusste selbst nicht, warum er seinen Namen gesagt hatte. Weil er leben wollte? Weil er Zeit gewinnen wollte?
Der Kannibale grinste breit.
„GuangGuang? GuangGuang, salzig klingen, lecker aussehen.“
……Wie war ich nur in so eine Lage geraten?
Die Geschichte führt zehn Tage zurück.
